(Reprint of an review by Patrick Donahue in "KLASSIK heute"", 7/2000)

Stefan Hussong plays Frescobaldi

Frescobaldi muß zu den allergrößten Erscheinungen der europäischen Musikgeschichte gerechnet weiden. Wie überzeugend das Akkordeon Barockmusik um zusetzen vermag, wurde mir erst vor drei Jahren deutlich, als in Hannover ein namenloser Straßenkünstler aus der Ukraine fast das gesamte Wohltemperierte Klavier Bachs spielte. Hier spielt Stefan Hussong mit unanfechtbarer Stiltreue Transkriptionen des Tastengiganten Frescobaldi. Ob das überhaupt geht, bleibt allerdings trotz der elegant formulierten Einführung eine Frage, die jeder für sich wird beantworten müssen. Einige dieser Stücke werden mit viel ungewöhnlicheren Besetzungen gespielt, von Doppelrohr-Quartett bis hin zum Saxophonquartett Im Vergleich begeistert diese CD durchaus, vor allem wegen Hussongs so vollkommen bis ins Detail ausgearbeiteter Interpretationen. Letztendlich muss der Geist des Komponisten erlebbar sein, was hier gewiss der Fall ist. Ich wünschte mir lediglich einen deutlicheren Linienaufbau und mehr legato in den langsamen Stücken.

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