Wenn
man Stefan Hussong auf dem in der Avantgarde längst akzeptierten Instrument
hört, könnte ein musikalisches Damaskus-Erlebnis ausgelöst
werden ... Wenn dann noch ein Interpret an Bachs Tastenmusik geht, der eine
Glenn Gould vergleichbare Fähigkeit hat, die Musik filigran zu durchleuchten
..., dann lösen sich Vorurteile wie von selbst auf. Dabei ist erstaunlich,
wie Hussong mit schwereloser Leichtigkeit die besonderen Bedingungen dieses
Instrumentes der Musik zugute kommen läßt... mit akribisch ausgearbeiteter
Phrasierung und einer Agogik, die in jeder Nuance wirkt, als veranworte
sie Hussong auf Leben und Tod. Anscheinend muß man heute Akkordeonist
sein, um eine so existentielle, moderne, aber auch nicht-manieristische
Bach-Interpretation zu wagen.
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